Über uns

Sexuelle Bildung bei BiKoBerlin beruht auf einem professionellen Selbstverständnis und einem progressiven pädagogischen Leitbild.

BiKoBerlin wurde von Agi Malach und David Schulz gegründet, um ein umfassendes Angebot im Bereich der Sexuellen Bildung zu schaffen. Unser Angebot fußt auf der Erfahrung aus langjähriger gemeinsamer Arbeit im Bereich der Sexuellen Bildung mit unterschiedlichen Zielgruppen. Fachliche Weiterbildung, die regelmäßige Weiterentwicklung der Konzepte und Ansätze sowie die Reflexion der eigenen Rolle und Praxis sind für uns von besonderer Bedeutung.

Sexualität und Sexuelle Bildung

„Sexualität bezieht sich auf einen zentralen Aspekt des Menschseins über die gesamte Lebensspanne hinweg, der das biologische Geschlecht, die Geschlechtsidentität, die Geschlechterrolle, sexuelle Orientierung, Lust, Erotik, Intimität und Fortpflanzung einschließt. Sie wird erfahren und drückt sich aus in Gedanken, Fantasien, Wünschen, Überzeugungen, Einstellungen, Werten, Verhaltensmustern, Praktiken, Rollen und Beziehungen. Während Sexualität all diese Aspekte beinhaltet, werden nicht alle ihre Dimensionen jederzeit erfahren oder ausgedrückt. Sexualität wird beeinflusst durch das Zusammenwirken biologischer, psychologischer, sozialer, wirtschaftlicher, politischer, ethischer, rechtlicher, religiöser und spiritueller Faktoren.“
(World Health Organization, 2006)

Ein Angebot im Bereich der Sexuellen Bildung zu schaffen, ist eine wirksame und nachhaltige Methode, um lustvolle und befriedigende Sexualität zu leben, ein positives Körperbild und ein dadurch gefördertes Selbstbewusstsein entwickeln zu können. Identitäts- und Beziehungsaspekte sowie Geschlechterrollen werden gleichermaßen reflektiert und entwickelt. Sexuelle Bildung ist vielfältig und enthält zahlreiche Unterthemen, die je nach gesellschaftlicher Entwicklung und nach Handlungsfeld in unterschiedlichem Maße bedeutsam sind. Der Entwicklungsstand und die Interessen der Zielgruppe bestimmen ebenfalls die Tiefe und Aspektverdichtung der angesprochenen und behandelten Schwerpunkte. 

Wissen vermitteln 

  • Die Entwicklung des menschlichen Körpers
  • Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Geburt
  • Verhütungsmethoden und deren Wirkweisen
  • Sexuell übertragbare Krankheiten, HIV/Aids

Sexuelle Selbstbestimmung stärken 

  • Körperwahrnehmung und Körperbilder
  • Vielfalt sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten
  • Selbstbestimmte Familienplanung
  • Abtreibung
  • Umgang mit Nacktheit im pädagogischen Kontext

Über Sexualität sprechen 

  • Psychosexuelle Entwicklung und Sozialisation
  • Kindliche Sexualität
  • Jugendsexualität
  • Liebe, Beziehungen und Lebensstile
  • Umgang mit Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen

Feminismus fördern 

  • Geschlechterrollen
  • Abtreibungsgegner*innen
  • Sexualität und Medien / Pornografie
  • Sexuelle und reproduktive Rechte
  • Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz

Pädagogisches Leitbild

„Kinder und Jugendliche werden befähigt, ihre eigene Sexualität und ihre Beziehungen in den verschiedenen Entwicklungsstufen selbst zu bestimmen. Sie werden dabei unterstützt, ihre Sexualität und Partnerschaften in erfüllender und verantwortlicher Weise zu leben. Die Fähig- und Fertigkeiten, die ihnen im Rahmen der [Sexualpädagogik] vermittelt werden, helfen ihnen auch dabei, sich vor möglichen Risiken zu schützen […] So können nicht nur negative Auswirkungen von Sexualität verhindert, sondern zudem die Lebensqualität des Kindes, seine Gesundheit und sein Wohlbefinden verbessert werden. Sexualaufklärung trägt so zu einer allgemeinen Gesundheitsförderung bei.“
(Winkelmann, C. (2013). Standards für die Sexualaufklärung in Europa. In Schmidt, & Sielert (Hrsg.), Handbuch Sexualpädagogik und sexuelle Bildung (S. 787-796). Weinheim, Basel: Beltz Juventa.) 

BiKoBerlin verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, indem Kinder, Jugendliche sowie Bezugspersonen aus deren Lebenswelt zu den Themen der Sexuellen Bildung unterstützt werden. Unser Verständnis von Sexueller Bildung beinhaltet die Vermittlung von sachlich fundiertem Wissen, die Wahrnehmung und Wertschätzung von Vielfalt, sowie die Betonung der lustvollen und positiven Seiten von Sexualität, ohne Außerachtlassung der Schattenseiten.

Eines der Hauptanliegen in den Angeboten von BiKoBerlin ist es Menschen auf ihrem Weg zur sexuellen Selbstbestimmung zu unterstützen. Sexuelle Selbstbestimmung ist Grundvoraussetzung, um die eigene sexuelle Identität bewusst erforschen und frei ausleben zu können. Sie ist zudem notwendig, um Menschen zu befähigen in Situationen, in denen sexualisierte Übergriffe stattfinden, angemessen und selbstbewusst handeln zu können. Menschenrechtsbasierte und intersektionale Sexuelle Bildung dient zudem als Basis für einen respektvollen und diskriminierungsfreien Umgang mit vielfältigen Lebenswirklichkeiten, Lebensentwürfen und Identitäten.

In unseren Veranstaltungen bearbeiten wir altersgerecht, einfühlsam und fachkundig die oben genannten Themen. Wir arbeiten prozessorientiert, um den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht zu werden, sowie aktuelle Themen aufgreifen zu können. Soziokulturelle Unterschiede werden berücksichtigt und der respektvolle Austausch sowie Diskussionen gefördert; Schamgrenzen sind ebenso zu beachten wie das Recht auf Privatsphäre. Die Teilnehmer*innen bekommen nicht nur Wissen vermittelt, sondern werden in die Lage versetzt, selbst zu handeln und sich mit dem Themenfeld auseinanderzusetzen.

Das sexualpädagogische Team von BiKoBerlin orientiert sich inhaltlich an dem Rahmenplan für den Unterricht des Landes Berlin sowie an den Standards für Sexualaufklärung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der WHO.

Sexuelle Bildung – intersektional

Wir verstehen Vielfalt als Bereicherung, als eine Vielzahl von Möglichkeiten des Zusammenlebens und der Entwicklung von Identität. Nach unserem Verständnis dient Sexuelle Bildung als Basis für einen respektvollen und diskriminierungsfreien Umgang mit vielfältigen Lebenswirklichkeiten, verschiedenen Lebensentwürfen und Identitäten. Sie dient als Begleitung der Entwicklung und Stärkung der Identität von Kindern und Jugendlichen, welche unterschiedlichsten Diskriminierungen in der Gesellschaft ausgesetzt sind. Unser intersektionaler Ansatz beinhaltet auch die gleichwertige Einbeziehung und Reflexion unterschiedlicher kultureller und sozialer Positionen, sowie zugeschriebener kognitiver und körperlicher Behinderungen und anderen Ausgrenzungsmechanismen.

Die Thematisierung von Diskriminierungserfahrungen, Ausgrenzungsmechanismen und Machtverhältnissen sollte zu jedem Bildungsangebot dazugehören. Durch die Auseinandersetzung von pädagogisch tätigen Menschen mit den eigenen Denk- und Arbeitsstrukturen, können intransparente Vorgänge, exkludierendes Verhalten und diskriminierende Äußerungen bewusst und so Abläufe verändert werden. Dadurch kann sich bspw. dem Ideal einer diskriminierungsfreien, transparenten und demokratischen Schule genähert werden

Sexuelle Bildung ist allerdings nicht nur für Einzelpersonen von großer Bedeutung, sondern kann für viele aktuelle und drängende gesellschaftspolitische Fragestellungen positive Antworten liefern und Diskurse mitgestalten.